Kinder Kreativ-Werkstatt in Flores, Indonesien

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Warum Flores?

Indonesien – ein traumhaft schönes Land, bewohnt von fröhlichen, warmherzigen Menschen. Flores, die größte der kleinen Sunda-Inseln ist vor allem abhängig vom Tourismus, es gibt kaum andere Möglichkeiten Geld zu verdienen. Abseits der touristischen Gebiete ist die Insel besonders in der ländlichen Gegend relativ arm. Reis- und Gewürzanbau sind die Haupteinnahmequellen. Viele Inselbewohner verlassen die Insel Richtung Bali oder Borneo, um in Hotels oder auf Palmölplantagen zu arbeiten und wenigstens ein bisschen Geld verdienen zu können.
Armut ist eines der Hauptprobleme für die Kinder in Flores, sie können sich oft nicht mal die einfachsten Dinge wie Stifte, Wasserfarbe, Bücher oder Papier leisten.

Aufgrund Katrins beruflichem Hintergrund – der Grafik – war sie einigermaßen geschockt von der Bildungssituation. Wie kann sich Kreativität entwickeln ohne den Zugang zu Kunst, zu Büchern und vor allem ohne das Vorhandensein von Material um seine Kreativität „herauszulassen“ – und nicht zu Letzt ohne das Wissen, was alles möglich ist. Europa – im Gegensatz dazu – bietet einen solchen Überfluss an visuellen Reizen, dass es oft enorm schwierig ist, das Besondere, das Spezielle herauszufiltern. In Indonesien ist das ganz anders. Obwohl es auf Flores eine extrem reiche und vielfältige Kultur gibt, die Möglichkeiten zu kreativen Tätigkeiten ist leider sehr gering.

Für Touristen ist Flores, besonders die Gegend um Maumere, ein 2-wöchiger Entspannungsurlaub aus Strand, Sonne und das Schnorchelparadies schlechthin. Aber für die Kinder vor Ort bleibt es eben nur genau das.

Warum ist das Projekt wichtig?

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Wir haben viele Kinder getroffen die überglücklich waren, sobald wir Stifte und Papier auf den Tisch legten. Jeden Tag nach der Schule kamen sie zurück. Obwohl viele von ihnen kaum einfache Formen malen konnten oder scheinbar keine Idee hatten, was sie malen könnten, versuchten sie es weiter und wollten nicht aufhören. Ein kleiner Stups in Richtung eines Motivs hat meistens schon ausgereicht, um sie zu ermutigen ihren Ideen freien Lauf zu lassen. Und genau das wollen wir tun: die Kinder ermutigen und unterstützen, ihnen die Möglichkeit geben ihre Fähigkeiten zu testen, zu entwickeln und zu erweitern.

In Flores ist die Förderung von kreativen Fähigkeiten (in unserem westlichen Sinne) fast nicht existent. Die Kinder im Ort, etwa 40 im Alter zwischen 4-10 Jahren, haben sehr früh gelernt selbständig zu sein; sie laufen zum Beispiel sehr viel früher als die Kids in Europa. Die Förderung und Entwicklung von Kreativität als eine erstrebenswerte Lebenserfahrung (sog. „life-skill“) ist jedoch nicht Teil ihrer Erziehung. Deshalb wollen wir ihnen das genaue Beobachten ihres Umfeldes näher bringen, um in der Lage zu sein das Gesehene zu verknüpfen, zu hinterfragen und in den kreativen Prozess mit einzubeziehen, um Neues zu schaffen. Wir sind überzeugt, dass dies sehr wichtige Fähigkeiten für ihr späteres Erwachsenenleben sind und auf so viele Situationen übertragen werden kann und schließlich hilfreich ist, kluge und selbständige Entscheidungen zu treffen.

Was wir tun

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Wir organisieren kreative Nachmittage , nicht nur begrenzt auf Form & Farbe, sondern auch mit grundlegendem Englisch-Unterricht für die Kinder und mit einem kleinen Angebot an Lehrbüchern über die Tier- und Pflanzenwelt ihrer Umgebung.

Einmal im Monat gibt es einen Beach-Cleanup-Day. Das heißt wir sammeln den gestrandeten Müll ein in der Hoffnung, dass dies nicht nur für einen sauberen Strand sorgt, sondern auch das Bewusstsein für Umweltschutz schult.
Schließlich sollen so viele der Dorfbewohner wie möglich involviert werden – auch Teenager und Erwachsene, entweder indem sie am Unterricht teilnehmen oder diesen selbst leiten, indem sie eigene Projekte entwickeln, die kleine Bibliothek nutzen etc. Auch der Beach-Cleanup soll so viele Leute wie möglich erreichen.

Du kannst helfen!

Jeder der Lust und Zeit und Ideen hat ist herzlich willkommen uns vor Ort zu helfen. Entweder mit Kreativ-Workshops, malen oder basteln, oder auch mit Englisch-Unterricht. Wem die Reise nach Flores, Indonesien zu weit ist, der kann uns auch mit einer kleinen Spende helfen, damit wir immer genug Stifte, Wasserfarben und Papier haben.


"Gambar" ist indonesisch und heißt "malen" oder "Bild"